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Über den Wert

Wie viel kostet eine Hand?

Neben der Vielfalt ihrer Funktion kommt der Hand auch ihrem äußeren Erscheinungsbild eine starke ästhetische Bedeutung zu. Wie das Gesicht sind die Hände fast immer sichtbar. Verletzungsfolgen oder angeborene Missbildungen wecken bei Mitmenschen immer wieder für den Betroffenen peinliche oder unangenehme Neugier. Das kann sogar dazu führen, dass ein Patient nach schwerer Handverletzung seine betroffene Hand dauernd in einer Tasche verbirgt und nicht mehr öffentlich gebraucht, auch wenn durch eine aufwendige Chirurgie ein gutes rekonstruktives Resultat erzielt werden konnte. Daher werden in der rekonstruktiven Handchirurgie auch ästhetische Faktoren in den Behandlungsplan mit einbezogen.

Angesichts der stetigen Kritik an den Kosten der Spitzenmedizin darf auch einmal auf den volkswirtschaftlichen Nutzen der Handchirurgie hingewiesen werden. Eine Untersuchung der Stanford University in den neunziger Jahren ergab, dass allein in den USA 52 Mio. Dollar eingespart werden könnten, wenn nur jeder 5. Daumen der jeweils 5’000 durch Unfall amputierten Daumen in den USA wieder replantiert werden würden. In der Schweiz erleiden pro Jahr rund 100’000 Arbeitnehmer Handverletzungen, die erhebliche Heilungszeiten beanspruchen, und für 1,4 Mio. verlorene Arbeitstage verantwortlich sind. Ungefähr 30% aller unfallbedingten Invaliditätsleistungen werden infolge von Handverletzungen bezahlt. Die Gesamtkosten wegen Handverletzungen dürfen mittlerweile 1,5 Mia Franken übersteigen. Die Analyse der Gesamtkosten in der Schweiz für Unfallfolgen nach Handverletzungen zeigen aber, dass davon lediglich 25% für Heilungskosten, dafür jedoch 75% für Entschädigungen und Renten ausbezahlt werden müssen. Unter der Annahme von 25 bis 30 Jahren Erwerbstätigkeit nach einem erlittenen Unfall, stehen die medizinischen Kosten z.B. Replantation und Rehabilitation von etwa 40’000 Franken pro Fall volkswirtschaftliche Ersparnisse von mehr als 1-2 Mio. Franken pro Hand gegenüber. Somit sollte ein großes Interesse vorhanden sein, dass eine stetige Fortbildung der Handchirurgie und der Einsatz optimaler Hilfsmittel wie auch der Aufbau gut funktionierender postoperativen Therapiemöglichkeiten (Ergotherapie, Physiotherapie) gefördert wird. Es wäre hier  am falschen Ort gespart, denn finanzielle Restriktionen in der Handchirurgie können sehr wohl weit höhere Mehrkosten bei der Berentung zur Folge haben.
Neben den Unfallfolgen stehen jedoch weit häufiger Krankheiten der Hand gegenüber, welche im rheumatischen Formenkreis zu suchen sind.

Die Handchirurgie, wie ich sie betreibe, will nicht nur die Symptome durch eine Operation beheben, sondern falls möglich versuchen, die Beschwerden am Ursprung zu finden und zu beheben. Dies geht jedoch nur durch die intensive und kompetente Zusammenarbeit gut funktionierender Schnittpunkten von Ergotherapie, Physiotherapie, Ernährungslehre, Naturheilkunde und der Chirurgie, wobei der Patient und nicht nur das Leiden im Mittelpunkt steht.

Eine gesunde Hand ist zu wertvoll, als dass sie uns nur als Werkzeug dienen soll. Sie ist der wichtigste Diener unseres Intellekts und kann nicht mit Geld aufgewogen werden. Sie ist sowohl Empfänger als auch Übermittler tief verborgener menschlicher Gefühle, Regungen und Fähigkeiten.