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Feinstoffliches

Die Seele der Hand

Allgemein besitzt die Hand eine Doppelfunktion, nämlich das Greifen und das Tasten. Dass die Hand jedoch mehr als nur mechanistische Fähigkeiten aufweist, haben bereits die Völker des Altertums zu ergründen versucht. Die Chinesen, die Assyrer, die Ägypter und die Chaldäer wie auch die Hebräer versuchten zwischen der Hand und der Zukunft des Besitzers der Hand eine direkte Beziehung herzustellen. So hat sich die Chiromantie (von chiro resp. cheiro; griechisch= Hand und mantik = sehen), die Weissagung aus der Hand, entwickelt. Sie wurde von allen Völkern des Altertums und auch noch heute ausgeübt. Daneben hat sich die Chirologie (von chiro = Hand, logos = Vernunft oder Lehre) entwickelt. Die Chirologie ist eine aus Beobachtung, Astrologie und Erfahrung aufgebaute Wissenschaft, welche das Ziel hat, die Untersuchung des menschlichen Charakters und die Begabungsanlage aus der Hand zu lesen.

 

Grosse Hände – kleine Hände

Die Chirognomie beschäftigt sich mit der Lehre der Handformen. Wie groß oder klein eine Hand „zu sein hat“ um zur „Norm“ zu gehören, ergibt sich aus dem Verhältnis zur Gesamtgestalt des Menschen. Als Normalmass der Handlänge gilt die Gesichtslänge und in der Breite sollten die beiden nebeneinander gelegten Hände das Gesicht bedecken. Hände, die um einiges grösser und breiter sind, gehören meist körperlich arbeitenden Menschen. Daneben können jedoch übergroße Hände auch Ausdruck einer organischen Erkrankung sein, z.B. Akromegalie (Riesenwuchs). Grosse Hände sind meist tastende Hände. Man sagt, dass Menschen mit großen Händen kaum vorschnell Aufgaben anfassen. Sie sind eher vorsichtig und verhalten sich zur Umwelt distanziert. Haben sie jedoch einmal die Aufgabe gepackt, führen sie sie mit Exaktheit und Gründlichkeit durch und zeigen ein Geschick für feine präzise Arbeiten. So finden sich große Hände dann erstaunlicherweise auch in Berufen wie Uhrmacher, Juweliere, Zahnärzte, Chirurgen, Techniker, Feinmechaniker und Andere. In große, starke Hände begibt „man sich gerne“. Man glaubt sich in ihnen geborgen zu fühlen. So glaubt man in ihnen eine beschützende, umgängliche und wohlwollende Natur zu finden. Im Gegensatz dazu lehrt die Chirognomie zum Beispiel, dass eine kleine Hand dem instinktsicheren, lebhaften und spontan reagierenden Menschen zugeordnet wird usw.

Daneben verraten die Gebärden der Hand viel über den Charakter und die Stimmungslage des Menschen. Zum Beispiel deuten fahrige Bewegungen der Hand auf seelische Unruhe oder Nervosität hin und das Fingertrommeln verrät Ungeduld, während die Finger sich im Schmerz zusammenkrampfen. Im Schreck spreizen sich die Finger auseinander, in der Wut ballt sich die Faust und warnend erhebt sich der Zeigefinger. Schlaffe Bewegungen der Hand und der Finger zeigen Schwäche oder Krankheit oder sind auch bezeichnend für alte Menschen. Die Chirognomie erwähnt auch, dass geschlossene, gekrümmte und gespannte Finger Gesten des Greifens und Raffens sind und Interpretationen im Sinne von Egoismus oder Sparsamkeit bis Geiz zulassen. Dicht aneinander gelegte Finger, mit sich berührenden Fingerspitzen offenbaren ein konzentriert sein auf ein bestimmtes Ziel. Man sagt auch, dass leicht gespreizte Finger Merkmal extrovertierten Menschen sind, während geschlossene nebeneinander liegende Finger dem Handeigner vom introvertierten Einstellungstyp sind. All diese Bewegungen sind unwillkürlich, können jedoch auch, wenn sie frühzeitig erkannt werden, gut vom Handeigner unterdrückt werden. Sie unterliegen also trotzdem einer bestimmten Willkür und können so gezielt in eine Kommunikation eingebaut werden.

Durch die Bewegung der Hand kann der Mensch Dinge begreifen, formen, verformen, aber auch zerstören. Handbewegungen können auch bejahen und verneinen und Gefühle wie Zuneigung, Ablehnung und Zweifel ausdrücken. Handbewegungen können sogar die Sprache ersetzen, den Blinden bei der Orientierung und der Kommunikation (Brailleschrift) äußerst dienlich sein. Ganz allgemein kann durch Training die Bewegungs- und Sinnesleistung der Hand weit über das durchschnittliche Maß gesteigert werden. Davon profitieren nicht nur die Blinden sondern auch etwa Musiker, Jongleure, Zauberkünstler. Die feinmechanischen Möglichkeiten der Hand übertreffen auch bei weitem die Sehkraft der Augen, da nur mit Hilfe starker Vergrösserung (Mikroskop) manuelle Arbeiten im Mikrobereich möglich werden.